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Kurtl Schmidt: Bier, Braten & Brachiale Power: Zu alt für den Ring? Von wegen!

Er ist das unumstrittene Urgestein des europäischen Wrestlings, schockierte die USA als mehrfacher „Last Man Drinking“ und lenkt heute als CEO die Geschicke der International Pro Wrestling (IPW). Kurtl Schmidt (Jahrgang 1967) bricht in Bodylicious mit jedem modernen Fitness-Klischee. Im exklusiven Interview verrät die „Bayrische Dampfwalze“, warum er trotz Wirtshausküche und Gerstensaft mit fast 60 Jahren immer noch da steht wie ein Baum, wie er 200 Kilo Kolosse stemmte und warum das feine Kristallweizen sein geheimes Diät-Wunder ist. Wie Nancy Kimura sagen würde: "Buckle up" für ein Gespräch ohne Blatt vor dem Mund.

In einem exklusiven Interview für Bodylicious spricht Kurtl Schmidt über:

  • Das Kristallweizen-Geheimnis: Wie die „Dampfwalze“ durch weniger Resthefe Kalorien spart und warum er sich damit in München lieber nicht erwischen lässt.
  • Der 200 Kilo Wurf vom Prater: Wie er in Wien die unbezwingbare Südtiroler Legende Sandro Girotti auswuchtete.
  • Comeback-Pläne mit fast 60? Warum Kurtl offiziell nie zurückgetreten ist und wie das perfekte Szenario für sein allerletztes Match aussieht.
  • Der WC-„Lebensmittelrückauswurf“: Ein radikal ehrlicher Rückblick auf die schlimmsten Match-Tage nach exzessiven Saufgelagen.
  • Tante Annelieses Kater-Killer: Das geheime Suppenrezept, mit dem Kurtl trotz „Gewitter im Kopf“ Weltklasse-Leistungen im Ring abrufen konnte.

Begleite uns, wenn "Die bayrische Dampfwalze" in die Tiefe geht und uns einen Einblick in sein faszinierendes Leben gibt.

Interview mit Kurtl Schmidt

1. Grüß Gott, Herr Schmidt – oder sagen wir besser Kurtl? Willkommen bei Bodylicious! Sie sind Jahrgang 1967, blicken auf Jahrzehnte im Ring zurück und leiten heute als CEO das International Pro Wrestling (IPW). Hand aufs Herz: Wie fühlt es sich an, der mächtigste Mann der IPW zu sein?.

“Jamei… mächt’sger Mann? Des east oan Stück weit übertriab’n. Iih bin sicher a’ großes Rad iam Getriabe oaber net doas Mächt’sge. Bleibts entschband und lassts miih meine Oabeit mochen.””

 

2. Viele Neulinge im Business unterschätzen Sie anfangs vielleicht wegen Ihres markanten bayerischen Akzents. Wie schnell vergeht den jungen Talenten das Lächeln, wenn sie die „Bayrische Dampfwalze“ erst einmal in Action erleben??

(sich räuspernd) “Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch anders könnte, wenn ich es müsste. Wie sie jetzt gerade in diesem Moment hören, kann ich auch völlig akzentfrei an das Thema herangehen. Aber es ist meine Identität, mein Markenzeichen, wenn man es so sehen möchte, deshalb wechsele ich auch wieder zurück. Denn ich will ehrlich sein, manchmal strengt es mich an, ohne Akzent zu sprechen. Und dem Herrgott sei’s gepriesen, bisher hoat noch koaner es g’wagt sich über miih lustig zu machen. Iih glaub’ des mog dran liagen, des iih miih im Ring b’wiesen hoab, wo andere noch in die Windeln gemoacht ham..”

 

3. Ihre Wurzeln liegen in der Ringerabteilung des FC Bayern München, danach ging es quer durch den Alpenraum und schließlich in die großen US-Ligen wie GWS und XAW. Was unterscheidet die Old-School-Schule, die Sie durchlaufen haben, vom heutigen modernen Wrestling-Stil?

“Europäisches Catchen iast wesentliih mehr auf Griffe und Wüafe ausg’legt. Die Seile san die natirliche Grenze des Rings. Kicks, Luftmaneever oder goar der Einsatz von Woffen woar in Europa eher net normal. Mit dem Schritt damals nach Amerika hoab iih a neie Herausforderung g’sucht und g’funda. Oaber es gab auch Spass! In Esterreich würd neimoal ahna eine Meisterschaft im Teamkampf in einem Saufwettbewerb auskempfa! Und dreimal dürfts raten wer des g’schaft hoat? Richtiih, der Kurtl!”

 

4. Sie gelten als absolut kerniges Mannsbild, das den Jungen auch heute noch im Ring den Hintern versohlen kann, wenn es sein muss. Wann juckt es Sie denn privat noch so richtig in den Fingern, selbst die Stiefel zu schnüren?

“Jede verdammte Show! Iih hoab schon oft g’dacht, mei der geht mir heit mit seine Spüch auf die Krachlederne oder diese könnt aah kleines Training vertoagen um a weng besser im Ring werda zu können. Wissens, iih hoab ja auch lange andere trainiert. Iih bin nie offiziell in den Ruhestand g’anga. Iih denk, dass noch mindestens oan gutes Match in mir ist. Viellei’ wenn mer in Deutschland wiada auf Tour san und die Roahmen stimma… Vielleicht a guates Täg Mätsch oder a Einzelkoampf geagen a ordentliihcha Technika. Reizen tuats miih schoan.”

 

5. Als Technical Director der IPW halten Sie weltweit Kontakte zu Schulen und Ligen. Nach welchen Kriterien sichten Sie das Talent von morgen? Worauf schaut die Dampfwalze zuerst?

“Leida kann iih nicht jedes Talent zu 100% so g’nau anscha, wie iih das gern möcht. Iih bin da vüll auf die Erfahrung der Coaches angewiesa. Wenn mir die Milena oder der Mizuno soest, da iast aaner, der was taugt, dann kriegts ah Einladung zu oam Seminar oder glei a Dark Mätsch. Wenn passt, giants zwei Wege. Entweder Enhanchmet oder Full Time Talent. So lang mir die Leite zeigen, des sie bereit sind und die Trainer mia glaubhaft versichern, deas die Leit soweit san, kann es losgehen. Aober iih hoab natirlich nicht endloss Platz in der Umkleide. Manchmal passts oach net vom Timing her.”

 

6. Mit Kathy Strong haben Sie eine starke Frau am Kommentatoren-Pult installiert. Warum war sie genau die richtige Besetzung für die IPW?

“Unabhängig, d’von des iih sie schon a weile kenn, ist es iah Fachwissen. Kresten ists a guta Buah. Oaber als wir gestartet san, war er noch Kilometerweit weg von dem woas er heit kann. Kathy ist selbst im Ring g’standen und beese Zungen sag’n sie tuats wiada, sie weiß wos sie sogt und wie sie es rieber bringa muss. Und in der meisten Zeit ist sie neutral gewesen. Hat sich g’ändert, iih weiß. Oaber in dem Moment in dem der Kresten nicht mehr neutral woar, brauchte sie es oach nicht mehr san.”

 

7. Unser Magazin dreht sich viel um Fitness und Gesundheit. Mit fast 60 Jahren stehen Sie immer noch da wie ein Baum. Wie sieht das aktuelle Trainingsprogramm eines Kurtl Schmidt aus? Eher schweres Eisen oder funktionelles Ringen?

“Sie währ’n überrascht. Oaber da ists ah solide Mischung aus Gewichten und auch Gymnastik im Spiel. Iih wird jetzt net Yoga sog’n oaber iih mach immer noch meine Rumpfbeugen und ah bissl Bodenturnen hat noch nie g’schadet um gelenkig auf der Matte zu blei’m.”

 

8. Die Regeneration verändert sich im Alter. Was ist Ihr Geheimnis, um nach einem harten Tag im IPW-Büro oder einem physischen Segment im Ring am nächsten Morgen schmerzfrei aufzustehen?

“Sans vertraut mit dem wos der Kneipp g’mocht hat? Wechselbäder, kalt und warm, da und dort auch ah kleine Massage und a Sauna tun Wunder. Ansonsten gesteh iih… iih achte sehr auf meine Ernährung. Iih lass liaba heit a Haxn stehn, damit iih mir a Bier gönnen kann und iih nicht wieda so hohe Werte im Blut hab, wo mein Arzt dann sogt, Hei des gibt wieda a Gicht!”

 

9. Wenn man Ihre Statur sieht, merkt man: Da steckt pure Kraft dahinter. Was war die beeindruckendste Kraftleistung, die Sie je vollbracht haben – sei es im Gym oder im Ring?

“Iih hoab in meiner Karriere den einen oder anderen Gegner ausgewuchtet, die ois nicht auswuchtbar galten. In Wien auf dem Prater hoab iih mal den Südtiroler Sandro Girotti gestemmt. Der galt damals im Alpenraum mit seina 200 Kilo bei 185cm als laufender Berg. Bis dahin woar keiner im Stande ihn zu wuchten. Da bin iih schon a bissl stolz g’wesen.”

 

10. Kommen wir zu einem Thema, das untrennbar mit Ihrem Namen verbunden ist: Ihre legendäre Trinkfreudigkeit. Sie sind mehrfacher GWS „Last Man Drinking“ und haben sich einst sogar den GFCW Tag Team Titel quasi „ersoffen“. Wie passt so viel Alkohol mit absolutem Spitzensport zusammen?

“Gute Gene, schätz iih. Sehn’s der Basler Mario war Fussball Profi und hats geraucht. So wies der eine Torsteher von Barca heit auch macht. Beim eina gehts beim andern nett. Iih hat glick, des es bei mir ging. Aober auch hier ist die Ernährung immer guat gewesen. Viel Eier, Quark und gutes Speiseöl haben am Folgetag imma geholfen, wenns der Kopf doch mal dick war.”

 

11. Jeder Fitness-Guru würde bei dem Gedanken an exzessiven Bierkonsum die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ist das bayerische Bier für Sie am Ende vielleicht gar kein Laster, sondern das geheime isotonische Zaubermittel?

“Ja mei, das Bier isotonisch ist, ists unbestritten. Von den Nährstoffen her, woars nei eine Diskussion. Iih bin halt oft auch auf Kristallweizen umgestiegen, weniger Resthefe, weniger Kalorien. Aber sagens des nicht meinen Kollegen von damals! Wenns in Minga a Kristall bestellen, schauts der eine oder andere scho seltsam aus der Wäsche.”

 

12. Wie sieht denn die feste Nahrung bei Ihnen aus? Setzen Sie auf strenge High-Protein-Diäten oder kommt bei der Bayrischen Dampfwalze eher die deftige Wirtshausküche mit Schweinsbraten und Knödeln auf den Teller?

“Iih liebe die bayrische Küche. Aber manchmal darfs auch was aondres san. A bissl leichter. Von daher ess iih sehr ausgewog’n und hoab dank den Kollegen von Titan Japan die japanische Küche und deren Reisg’richte zua schätzen g’lernt."

 

13. Hand aufs Herz: Wie sah Ihr schlimmster Kater am Tag eines wichtigen Matches aus – und wie haben Sie es geschafft, trotzdem die Leistung im Ring abzurufen?

“An Schädel als hättest a G’witter im Kopf. Viel Wasser, Magnessiumtabletten und a kräftige Suppe nach Art von meiner Tante Anneliese. Iih geab aober auch zoa… iih hab auch scho vor manchen Kämpfen mal die Toilette zum Lebensmittelrückauswurf g’braucht.”

 

14. Die IPW wächst und gedeiht unter Ihrer Führung. Wo sehen Sie die Liga in den nächsten fünf Jahren? Was ist Ihr großes Endziel als CEO?

““Ich denke, dass wir die Zuschauerzahlen besonders in den Märkten USA und Europa noch a bissl in die Heehe schrauben können. Iih denk realistisch san 30 Prozent mehr bis in 5 Jahren ohne das wir uns zu sehr an einen großen Partner im Event Bereich hänga könna. Ich selbst überlege noch ob ich mit 65, 67 oder 70 in Ruhestand geha werde. Oaba iih glaube nicht, das iih wie andere noch jenseits der 70 irgendeine Aufgabe hoaben werde. Irgendwann wird die Zeit komma, wo es Zeit san wird, jemand anderen das Ruder zu übergeben."

 

15. Welchem aktiven IPW-Wrestler würden Sie aktuell am liebsten persönlich einen saftigen Bavarian Suplex verpassen, um ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen?

“Da werdn’s jetzt keine Antwort kriegen. In meiner Position ist eine gewisse Neutralität nötig. Wos niicht heißt, das iih es nicht tun würde, wenn es san mihste..”

 

16. Zum Abschluss noch drei kurze Entweder-Oder-Fragen für unseren „Quick-Hit“-Teil. Erste Frage: Helles oder Weißbier?

“A Weiß.”

 

17. Eine knallharte Cardio-Einheit auf dem Laufband oder eine Stunde intensives Ringen auf der Matte?

“Matte!”

 

18. Und zu guter Letzt: Lederhose oder maßgeschneiderter CEO-Anzug.

“Privat und auf der Wiesn, die Krachlederne. In der IPW der Anzug.”