
Dakutaiga: Japanisch-mexikanische Tigerin mit Herz – Exklusives Interview im Pride Month
Dakutaiga, die IPW World Championin, ist eine Wrestlerin, die zwei Welten in sich vereint: die Leidenschaft und Finesse des Lucha Libre und die Hartnäckigkeit und den Geist des Puroresu.
Im Interview spricht sie über ihre Herkunft, ihre Maske, den Gewinn der IPW World Championship, ihren Trainingsalltag, ihre Ernährung, ihre Hobbys und ihre Botschaft an die LGBTQIA+ Community im Pride Month.
Dakutaiga ist ein Vorbild für viele Menschen, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rings. Sie ist eine faire Kämpferin, die sich für Inklusion und Akzeptanz einsetzt.
In diesem Interview zeigt sie, dass man seine Träume verwirklichen kann, wenn man nur an sich glaubt und hart arbeitet. Sie ist eine Inspiration für alle, die sich gegen Diskriminierung und Vorurteile stellen wollen.
Dakutaigas Botschaft im Pride Month ist klar: "Everbody's different, everbody's special."
Zeigt euch so, wie ihr seid, und lasst euch von niemandem sagen, dass ihr anders seid. Seid stolz auf euch selbst und lebt euer Leben so, wie es euch glücklich macht.
Dakutaiga ist eine wahre Kämpferin, die für das eintritt, woran sie glaubt. Sie ist ein Vorbild für uns alle.
Viel Spaß beim Lesen!
Interview mit Dakutaiga
1. Zwei Welten, eine Leidenschaft: Wie verbindest du deine mexikanische und japanische Herkunft in deinem Wrestling-Stil?
Dakutaiga: "Ich versuche beide Kulturen zu respektieren und in Einklang zu bringen. Das Tempo und die Finesse des Lucha Libre und die Verbissenheit und Geist von Puroresu. Zum Glück sind es zwei Stile die sich gut kombinieren lassen und so fällt es mir aufgrund meines Trainings in beiden Stilen einfach sie angemessen zu vereinen."
2. Was bedeutet die Tigermaske für dich und wie spiegelt sie deine Persönlichkeit wider?
Dakutaiga: "Die Maske repräsentiert zum einen meine Herkunft, im mexikanischen Lucha Libre hat das tragen einer Maske Tradition und gehört zu den wichtigsten Alleinstellungsmerkmalen. Zum anderen beschränkt es mich auf das was ich im Ring tue. Niemand wird von meinem Gesicht abgelenkt, interessiert sich für meinen Look oder behandelt mich wie ein Objekt. Sie kennen mein Gesicht, meine Indentität nicht und fokussieren sich nur auf das was ich im Ring leiste."
3. Dakutaiga ist ja eine andere Aussprache vom englischen 'Dark Tiger'. Obwohl dies sehr düster klingt, bist du alles andere als das. Die Fans lieben dich und deine faire Art. Wie kam es zu dem Namen?
Dakutaiga: "Nach meinem Training in Mexiko und als daran ging so langsam zu debütieren, was ich dann später in Japan getan habe, dachte ich aufgrund meiner mexikanischen Herkunft wäre es cool mit Maske meine Karriere zu starten. Etwa 3 Monate bevor ich Mexiko Stadt verlies um zurück zur SJPW zu kehren, schloss ich mich einer Familie von Luchadors an, die sich den Katzen verschrieben haben. Sie sind mehr eine Ansammlung an Wrestlern die an das gleiche glaubten, als eine Blutsfamilie. Sie trugen alle Masken die von Raubkatzen und ähnlichem inspiriert waren. Sie gaben mir die Dakutaiga Maske, eine Maske die angeblich – so natürlich nur den Erzählungen – von einer Tigergottheit der Azteken ihre Kraft sieht. Der Geist der Gottheit wohnt also sozusagen in der Maske. Sie sagten mir, dass noch niemand diese Maske getragen hat und das die Maske ihren Träger quasi selber auswählt. Seitdem trage ich diese Maske mit Stolz und repräsentiere würdig meinen Tribe."
4. Wie war es für dich, im Main Event von IPW Tabula Rasa III die IPW World Championship zu gewinnen und was hast du aus deinem ersten Titelkampf gegen Captain Jueri Taiho bei IPW Redemption gelernt?
Dakutaiga: "Die IPW World Championship zu gewinnen war der größte Moment meines Lebens. Es ist eigentlich eine Kette von Ereignissen die es so großartig machten. Zuerst einmal der generelle gewinn des World Titles war einfach unglaublich, dann das auch noch gegen Chris McFly Jr zu machen und das das ganze in meiner Heimat in Japan zu erreichen, was die 'Cherry on top'. Es war großartig und der Kampf meiner Karriere, ich bin noch sehr Jung dabei und so früh einen Titel wie die IPW World Championship zu gewinnen ist einfach groß. Großen Respekt dabei auch an CMJ der mir wirklich einen erbitterten Kampf geliefert hat, den ich nur sehr knapp gewinnen konnte. Von Jueri konnte ich eine Menge lernen. Wie bereits im Vorfeld gesagt, sehe ich sie als meine Senpai und wollte beweisen das mein Titelgewinn kein Glückstreffer war. Aus ihrem Match konnte ich lernen, an was es mir als Championesse noch fehlt und vorallem was ich für eine Championesse sein möchte. Sie hat mir alles abverlangt und mir so gezeigt an was ich noch an mir abeiten muss. Bis jetzt war es für mich auch ungewohnt nicht als einzige in einem Match bejubelt zu werden, also hat sie mir auch quasi beigebracht damit umzugehen."
5. Wie sieht dein Trainingsalltag aus und wie ernährst du dich als Profisportlerin?
Dakutaiga: "Bin ein großer Fan vom 'Deck of Cards', dabei nimmt man sich einen Satz Karten, legt fest was die jeweiligen Symbole für eine Trainingseinheit bedeuten, mischt und zieht einige der Karten und absolviert die Übungen. Zudem mache ich mehrfach die Woche Cardio. Bei einem so schnellen Stil wie ich ihn fahre muss man eine sehr gute Kondition haben. Vor meinem Match mit Jueri habe ich sehr exessives Cardio Training absolviert um überhaupt mit ihr mithalten zu können. Wenn man viel on the road ist dann ist Ernäherung genauso schwierig wie wichtig. Ich versuche mich so gut es geht vegetarisch zu ernähren, kann aber auf Fleisch nicht komplett verzichten, liegt vielleicht an den Tigergenen (lacht). Ich esse gerne Fiß und versuche sonst so die übliche 'Trainingsnahrung' zu mir zu nehmen, Reis, etc."
6. Hobbys und Interessen: Was machst du gerne abseits des Rings und hast du irgendwelche Hobbys?
Dakutaiga: "Wenn man als Wrestlerin viel unterwegs ist, dann hat man nicht mehr so viel Zeit für andere Dinge und Hobbys. Wenn ich in Japan bin, dann versuche ich viel Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, ich stehe den Dojo Bros sehr Nahe und Mia Kagawa und Kana Edogawa aus der SJPW gehören zu meinen engsten Freunden. Wir versuchen dann viel zu unternehmen, gehen essen und so weiter. In Mexiko wird dabei deutlich mehr Zeit mit Training verbracht, das das angesprohenen Cardio z.B., aber dort gehe ich auch oft in die School of Lucha und drehe ein paar Runden im Ring. Bin außerdem großer Sport Fan, der mexikanische Fußball gefällt mir, ebenso der japanische Baseball und verbringe meine Zeit gerne bei Spielen."
7. Was möchtest du jungen Menschen raten, die ebenfalls eine Karriere im Wrestling anstreben?
Dakutaiga: "Glaubt immer an euch, wenn ihr es nicht tut, macht es niemand. Hört auf eure Trainer und verschließt euch nicht vor dem was sie sagen. Seid euch bewusst das es hart wird, aber gebt nicht auf und gebt an jedem Tag euer bestes. Meine Unterstützung habt ihr."
8. Als Fan Favourite und faire Kämpferin bist du ein Vorbild für viele Menschen. Was ist deine Botschaft an die LGBTQIA+ Community im Pride Month?
Dakutaiga: "Everbody's different, everbody's special. Lasst euch niemals von irgendjemandem einreden ihr wärt 'falsch' oder 'anders', ihr seid genauso gut wie ihr seid und ändert euch nicht weil anderen Leuten nicht gefällt wer ihr seid. Niemand hat euch vorzuschreiben wen ihr liebt oder wer ihr sein wollt, vergesst das nicht und lebt das leben mit stolz wie es für euch richtig ist, lasst den Hass euch nicht übermannen. Dakutaiga liebt jede und jeden einzelnen von euch."
9. Hast du selbst Erfahrungen mit Diskriminierung oder Vorurteilen aufgrund deiner Identität gemacht und wie gehst du damit um?
Dakutaiga: "Als Gemischtrassisches Kind war es da nicht immer einfach. In Mexiko nennen sie mich JapanerIn, in Japan nennen sie mich Mexikanerin. In meiner Jugend hatte ich es da nicht einfach, aber als Kind weiß man es oft nicht besser und sieht die Welt noch nicht so wie sie ist, da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Als ich älter wurde, wurde es etwas besser, war aber immer noch da. Ich habe gelernt, dass die Menschen immer reden werden und lasse mich nicht von dem Hass kontrollieren und gehe solchen Menschen einfach aus dem Weg."
10. Was wünschst du dir für die Zukunft des Wrestlings in Bezug auf Inklusion und Akzeptanz und was möchtest du der LGBTQIA+ Community im Pride Month mit auf den Weg geben?
Dakutaiga: "Ich finde die IPW macht mit ihrer 'Fight for your Right' Serie schon einen guten Start und celebriert den Pride Month, jetzt ist es daran das ganze nicht nur einen Monat lang zu feiern, sondern als Teil der Gesellschaft anzusehen. Das gilt auch für das Wrestling im allgemeinen. Wenn ihr wie ich Teil dieser Community seid – zeigt es! Versteckt nicht das was ihr seid, nur weil ihr Angst habt das irgendein weißer Mann aus Texas euch verurteilen könnte. Tragt was ihr seid mit Stolz nach außen und lasst es jeden sehen. Und Fans und andere Wrestler: seid offen dafür und akzeptiert eure Kollegen und Vorbildern so wie sie sind, dass ich schon mal ein wichtiger Schritt. Vielleicht werden auch bald andere Ligen dem Beispiel der IPW folgen und LGBTQIA+ ansprechendere Programm veranstalten."